UVHH_Logo.png

Mattentwiete 2
20457 Hamburg
 
Postfach 11 02 03
20402 Hamburg
 
Telefon: (040) 37 89 09 - 0
Telefax: (040) 37 89 09 - 70
E-Mail: info@uvhh.de
http://www.uvhh.de

Hafen Hamburg – ein verlässlicher und attraktiver Hafenstandort

Im Zeitraum Januar bis September 2016 wurden im Hamburger Hafen knapp 105 Mio. Tonnen (0,3 Prozent) und 6,7 Mio. Standardcontainer (- 0,1 Prozent) umgeschlagen. Damit liegen die Ergebnisse in etwa auf Vorjahresniveau. Allerdings ist im dritten Quartal eine deutliche Trendwende erkennbar. Der Gesamtumschlag nahm im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent zu und im Containerumschlag wurde ein Plus von 2,3 Prozent erzielt. Für das gesamte Jahr 2016 wird ein Gesamtumschlag in Höhe von rund 138 Mio. Tonnen und ein Containerumschlagsvolumen von knapp 9 Mio. TEU – analog zum Vorjahr - erwartet.

Der Hafen Hamburg hat eine traditionelle Scharnierfunktion, welche die Wirtschaftsräume Südostasiens mit dem Baltikum verbindet. Eine sich abkühlende Weltkonjunktur, Chinas abnehmende Wachstumsraten und Russlands Rezession treffen den Logistikstandort Hamburg daher besonders stark. Die Seehafenstatistik ist aber nur bedingt aussagekräftig.

Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg e.V.:
„Die Seegüterumschlagsstatistik betrachtet nur einen Teil des Umschlages im Hamburger Hafen, und zwar ausschließlich das Löschen und Beladen von Seeschiffen und Feedern. Der Güterumschlag im Hafen ohne „Seebezug“, zum Beispiel zwischen Bahn, Lkw oder Binnenschiff, ist in dieser Statistik nicht enthalten. Eine reduzierte Betrachtung des Seegüterumschlags spiegelt deshalb nicht die gesamte Umschlagsleistung der Hamburger Hafenbetriebe wider und ist damit für die wirtschaftliche Entwicklung des Hafens nur eingeschränkt aussagefähig. Deshalb sollten neben der reinen TEU-Zählung auch die sogenannten Hinterlandfaktoren bei der Bewertung der Bedeutung des Hafens berücksichtigt werden. Beispielsweise erzielt der Umschlag über die Bahn deutlich mehr Wertschöpfung als der reine Feederumschlag.“

In den ersten neun Monaten des Jahres konnte der Gütertransport auf der Schiene erneut ein Plus von 3,1 Prozent vorweisen. Dabei wurden bereits von Januar bis September 2016 rund 1,8 Mio. Container (1,9 Prozent) per Bahn transportiert, so dass mit einem weiteren Rekordergebnis für das Jahr 2016 zu rechnen ist.

Die anhaltende Schifffahrtskrise, der enorme wirtschaftliche Druck unter dem die Reeder stehen und die Bildung von Allianzen verstärken den Wettbewerb unter den Nordrange-Häfen. Gerade in dieser für die Reeder schwierigen Zeit konnte der Hamburger Hafen seine Verlässlichkeit erneut unter Beweis stellen. Hamburg war der einzige Hafen in Europa, in dem die Schiffe der insolventen Hanjin-Reederei abgefertigt wurden.

Verlässlichkeit und Qualität in der Abwicklung der Güterverkehre ist ein Markenzeichen des Hamburger Hafens. Dies zu sichern und weiter auszubauen sollte Ziel aller Beteiligten sein. Dazu gehört eine leistungsfähige Hafenverwaltung, die die richtigen Prioritäten setzt. Leider musste die Hafenwirtschaft in der Vergangenheit feststellen, dass wichtige Verantwortungsbereiche, wie zum Beispiel die Unterhaltungsbaggerungen, vernachlässigt wurden. Die Hafenwirtschaft fordert daher, dass sich die HPA künftig wieder auf ihre Kernaufgaben entsprechend des HPA-Gesetzes konzentriert - der Unterhaltung und dem Ausbau der Hafeninfrastruktur. Dazu gehört auch, dass die HPA das operative Geschäft den Hafen- und Logistikunternehmen überlässt, und sich nicht als oberster Unternehmenslenker versteht, der sich direkt in die Kundenbeziehungen einmischt.

Weiterhin ist eine zügige Umsetzung der im Bundesverkehrswegeplan und in den Ausbaugesetzen enthaltenen norddeutschen Infrastrukturmaßnahmen notwendig. Dabei muss ein besonderes Augenmerk auf eine koordinierte Umsetzung aller Sanierungs-, Aus- und Neubaumaßnahmen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf den wichtigen Verkehrsachsen erfolgen. Aus Sicht der Hafenwirtschaft hat sich der Einsatz des A7-Koordinators bewährt. Diesem Beispiel folgend sollte ein Verkehrs-Koordinator für alle Straßenbaumaßnahmen in der gesamten Metropolregion Hamburg eingesetzt werden. Der Gütertransport in den und aus dem Hamburger Hafen setzt eine effiziente und zuverlässige Verkehrsinfrastruktur in der Metropolregion Hamburg voraus.

Für den Hafen weiterhin existenziell ist die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe, deren mündliche Verhandlung vom 19. bis zum 21. Dezember 2016 fortgeführt wird. Gunther Bonz: „Ende des Jahres wird in Leipzig die mündliche Verhandlung über die partielle Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne fortgeführt. Die Hafenwirtschaft hofft, dass Anfang 2017 der Rechtsstreit zwischen dem Bund, Hamburg und den Naturschutzverbänden beendet sein wird. Die Hafenwirtschaft geht davon aus, dass bei einem positiven Ausgang des Rechtsstreits alle notwendigen vorbereitenden und zulässigen Maßnahmen so getroffen worden sind, dass mit der Umsetzung der Maßnahme unverzüglich begonnen werden kann.“

Der Hamburger Hafen kann sich im internationalen Wettbewerb nur durch eine hohe Qualität im Warenumschlag, einen zuverlässigen und schnellen Transport ins Hinterland sowie durch eine hohe Leistungsfähigkeit der Hafenunternehmen behaupten. Die ansässigen Hafenbetriebe leisten durch Innovationskraft, hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Produktivität ihren Beitrag, um den Standort trotz nicht einfacher Rahmenbedingungen für die Kunden des Hafens attraktiv zu halten. Ein erfolgreicher Hafen ist maßgeblich abhängig von einem wettbewerbsfreundlichen Umfeld und leistungsfähiger Infrastruktur. Die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens für die Freie und Hansestadt Hamburg erfordert ein klares Bekenntnis der Politik zum Hamburger Hafen, der für die Hansestadt rund 130.000 Arbeitsplätze schafft und jährlich rund 900 Mio. Euro Steuereinnahmen (Anteil von ~11%) und 12,6 Mrd. Euro Wertschöpfung (Anteil von ~14 %) generiert.

Im Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. (UVHH) sind die Hamburger Hafenumschlags-unternehmen zusammengeschlossen sowie die Unternehmen, die hierzu vor- und nachgelagerte Tätigkeiten ausüben. Der Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. vertritt seine Mitglieder auf wirtschaftlichem, rechts-, sozial- und tarifpolitischem Gebiet. Darüber hinaus leistet der UVHH fördernde und beratende Dienste im Interesse der Mitglieder.

Pressemittelung als PDF-Download (201,98 KB)