UVHH_Logo.png

Mattentwiete 2
20457 Hamburg
 
Postfach 11 02 03
20402 Hamburg
 
Telefon: (040) 37 89 09 - 0
Telefax: (040) 37 89 09 - 70
E-Mail: info@uvhh.de
http://www.uvhh.de

Hamburger Hafen wieder auf Erfolgskurs

Nach dem schweren wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2009 befindet sich der Hamburger Hafen wieder auf Wachstumskurs. Seit Frühjahr 2010 erholen sich Weltwirtschaft und Welthandel schneller als zunächst erwartet. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. (UVHH) jetzt mit einem Gesamtumschlag von 115 bis 120 Mio. t (2009: 110 Mio. t) und einem Containerumschlag von 7,7 bis 8,0 Mio. Standardcontainern (2009: 7 Mio. TEU).

Der überproportionale Einbruch der Wirtschaftsleistung in den für Hamburg wichtigen Wirtschaftsregionen, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, hat den Hafen im vergangenen Jahr stark getroffen. Die partielle Absenkung der Anlaufkosten, z.B. bei den Lotskosten des Bundes auf der Elbe, die ausgesprochen konstruktive Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit bei Kurzarbeit und Qualifizierung, vor allem aber die hohe Flexibilität der Hafenwirtschaft sowie ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halfen die Auswirkungen der Krise zu begrenzen. So gelang es Arbeitsplätze auf dem Höhepunkt der Krise zu sichern, die Stärke des Hinterlandnetzwerks des Hamburger Hafens zu festigen und auszubauen sowie durch die Fortführung von Modernisierungsinvestitionen die Leistungsfähigkeit der Hafenanlagen weiter zu steigern.

Um den Aufschwung auch angesichts anhaltender Risiken dauerhaft zu sichern, gilt es jetzt die Rahmenbedingungen für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung zu schaffen. Klaus-Dieter Peters, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg e.V.: „Für die Unternehmen im Hamburger Hafen sind die Signale des neuen Senats überaus ermutigend. Hierzu gehören das klare Bekenntnis zu Wirtschaft und Hafen, die längst fällige Abkehr vom Leitbild  ‚Hafen finanziert Hafen’, nicht zuletzt aber auch die Tatsache, dass Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus die Fahrrinnenanpassung zur Chefsache erklärt hat.“ Die Ankündigung des neuen Senates, ab 2014 wieder jährlich 100 Mio. Euro im öffentlichen Haushalt für den Hafen bereitzustellen, wird von der Hafenwirtschaft ausdrücklich begrüßt. Sie teilt zudem die Ansicht von Wirtschaftssenator Ian Karan, dass dieser Betrag bei weitem nicht ausreicht, um die Infrastruktur und weitere öffentliche Aufgaben im Hafen zu finanzieren. „In Kenntnis der knappen Haushaltsmittel ist dies eine schwierige, aber lösbare Herausforderung, die eine Kooperation zwischen Politik, Behörden und Hafenwirtschaft erfordert“, so Peters weiter. In der Diskussion über öffentliche Investitionen muss endlich der um ein Vielfaches höhere Nutzen in Form von Steuereinnahmen, Multiplikatoreffekten sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen wieder Berücksichtigung finden. Zudem unterstützt die Hafenwirtschaft die Aktivitäten des Hamburger Senats, den Bund stärker als bisher an der Hafenfinanzierung zu beteiligen.

Eine langfristig gesicherte Hafenfinanzierung ist die Voraussetzung für den Ausbau einer leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Infrastruktur. Der Gütertransport hat bereits jetzt in einigen Bereichen, so etwa auf der Schiene, das Vorkrisenniveau erreicht und überschritten. Damit sind weitere Anstrengungen erforderlich, um über die erreichten Fortschritte bei der Sanierung und Instandsetzung der Straßen- und Schieneninfrastruktur hinaus den reibungslosen Zu- und Ablauf der Güter im Hamburger Hafen auch in Zukunft  zu gewährleisten. Klaus-Dieter Peters: „Ganz oben auf der Agenda steht die dringend notwendige Fahrrinnenanpassung von Außen- und Unterelbe. Zudem konnte die Atempause beim Verkehrswachstum nur sehr begrenzt für die Verbesserung der landseitigen Anbindung des Hamburger Hafens genutzt werden. So sind etwa die Sonderinvestitionsmittel der Bundesregierung mangels planfestgestellter und baureifer Projekte weitgehend an Hamburg vorbei in die Flächenländer geflossen.“

Die Fahrrinnenanpassung ist und bleibt das für den Hamburger Hafen wichtigste Infrastrukturprojekt. Dass die großen Containerschiffe bereits heute Hamburg anlaufen, ist ein ‚Vertrauensvorschuss’ der Linienreeder. Sie erwarten allerdings, dass der kommunizierte Zeitplan eingehalten und im kommenden Jahr mit den Baggermaßnahmen begonnen wird.

Die darüber hinaus für Hamburg und Norddeutschland wichtigsten Projekte sind in der so genannten „Ahrensburger Liste“ zusammengefasst. Aus Hamburger Sicht zu nennen sind hier vor allem die zügige Realisierung der Hafenquerspange, der Y-Trasse, die Strombaumaßnahmen an der Mittel- und Oberelbe sowie der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals.  Der Hamburger Hafen erfüllt für die exportorientierte Bundesrepublik Deutschland eine wichtige gesamtwirtschaftliche Funktion. Der bedarfsgerechte Ausbau seiner see- und landseitigen Infrastruktur ist eine nationale Aufgabe und ein strategisches Instrument zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland.

Pressemitteilung als PDF-Download (18,65 KB)