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UVHH-Mitgliederversammlung: Unternehmensverband fordert zügigen Infrastrukturausbau

In der heutigen Mitgliederversammlung forderte der Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. die neue Bundesregierung und den Hamburger Senat auf, die hafenbezogene Verkehrsinfrastruktur zügig auszubauen. Andernfalls drohen bereits in wenigen Jahren erneut Kapazitätsengpässe.

„Wenn wir die Krise als Chance begreifen, unsere Infrastrukturdefizite aufarbeiten und unsere Stärken weiter ausbauen, dann wird Hamburg nach dem Anspringen der Weltkonjunktur wieder zu den Gewinnern des Welthandels zählen!“, sagte Klaus-Dieter Peters, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg e.V., in der heutigen Mitgliederversammlung des Verbandes.

Erste Anzeichen für eine Erholung der Weltwirtschaft haben sich in den letzten Wochen verstärkt. Diese Entwicklung schlägt sich auch in der Hamburger Umschlagsstatistik nieder: Nach dem starken Einbruch im vierten Quartal 2008 hat sich der Seegüterumschlag im Sommer 2009 stabilisiert. Die Talsohle scheint zwar erreicht, dennoch handelt es sich im Vergleich zum Rekordjahr 2008 noch immer um zweistellige Rückgänge.

Die Hamburger Hafenwirtschaft hat angesichts des aktuellen Nachfrageeinbruchs zwar den Ausbau der Umschlagskapazitäten deutlich gestreckt, hält aber an den vor der Krise beschlossenen mittelfristigen Ausbauzielen fest. Weiterhin werden Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge in die Effizienzsteigerung und die Modernisierung der Hafenanlagen investiert, um den Wettbewerbsvorteil in Sachen Leistungsfähigkeit zu halten und auszubauen.

Neben der verkehrsgeografisch günstigen Lage des Hamburger Hafens spielen die Stärken wie die Innovationskraft, hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Produktivität der ansässigen Hafenbetriebe eine bedeutende Rolle. Diese Stärken kommen jedoch nur zum Tragen, wenn die für Hamburg wichtigen Infrastrukturprojekte zügig zum Abschluss gebracht und Infrastrukturdefizite beseitigt werden.

Dazu gehören u.a.:

Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe

Das mit Abstand wichtigste Infrastrukturprojekt für die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens ist die Fahrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe. Der vom Bund zugesagte Zeitplan, nachdem der Planfeststellungsbeschluss Ende 2010 vorliegen soll, muss eingehalten und - wenn möglich - unterschritten werden.

Hafenquerspange

Auch hier drängt die Zeit, da der Straßenverkehr bereits in wenigen Jahren wieder auf das Ausgangsniveau vor der Krise und darüber hinaus ansteigen wird. Senat und Bürgerschaft sollten zeitnah die notwendigen Beschlüsse fassen und die geänderte Trassenführung beim Bund anmelden. Die neue Bundesregierung muss die Finanzierung sicherstellen.

Schienenstrecke zwischen Hamburg/Bremen und Hannover (Y-Trasse)

Die seit Jahrzehnten geplante Schienenstrecke zwischen Hamburg/Bremen nach Hannover, die sog. Y-Trasse, ist für beide Häfen von hoher Priorität. Durch eine Trennung von Personen- und Güterverkehr wird die heute stark frequentierte Strecke entlastet und zukünftig ein reibungsloser Transport der Güter von den Häfen Hamburg und Bremen ins Hinterland gewährleistet.

Gemeinsam mit den Verbänden der norddeutschen Küstenländer wird es Aufgabe des Unternehmensverbandes sein, die neue Bundesregierung davon zu überzeugen, dass ein Ausbau der Seehafenanbindungen einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen für die gesamte Bundesrepublik hat und zwar nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aus ökologischen Gründen. Die deutschen Seehäfen tragen maßgeblich dazu bei, dass der Güterverkehr umweltverträglich abgewickelt wird.

Ein weiteres für die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens wichtiges Thema ist die seit vielen Jahren geforderte Strukturreform der Hamburger Freizone. Diese muss endlich vom Senat und Bund beschlossen und umgesetzt werden. Darüber hinaus ist es notwendig, dass sich der Bund auf europäischer Ebene dafür einsetzt, dass die Durchführungsverordnung zu den geänderten europäischen Zollregelungen (EU-Zollkodex) so schnell als möglich beschlossen wird.

Bezüglich der in den letzten Wochen wieder aufgeflammten Diskussion über eine Verlagerung der Universität gibt es eine klare Position der Hafenwirtschaft: Keine Herausnahme der Flächen auf dem Kleinen Grasbrook aus dem Hafengebiet, da diese Flächen für Umschlag und hafennahe Dienstleistungen gebraucht werden! Die Hamburger Politik sollte neben den von der Handelskammer vorgeschlagenen Alternativstandorten auch eine Sanierung am jetzigen Standort in Betracht ziehen.

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